Lou Ferrigno – der sanfte Riese
Ausgabe 02-2026 - Legenden-Portrait
Er war einer der größten Athleten seiner Zeit – körperlich wie symbolisch. Lou Ferrigno steht für eine Ara des Bodybuildings in der Grose, Harte und Konsequenz den Maßtab setzten. Doch seine Geschichte ist nicht nur die eines Ausnahmeathleten, sondern auch die eines Mannes, der sich trotz körperlicher Einschränkungen an die Spitze einer extremen Sportart arbeitete.
Text: Matthias Ilgen
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Louis Jude Ferrigno wurde am 9. November 1951 in Brooklyn, New York, geboren. Er wuchs in einer italienischamerikanischen Arbeiterfamilie auf. Sein Vater Matty Ferrigno war Polizist beim New York City Police Department, seine Mutter Victoria kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Bereits in jungen Jahren erlitt Lou durch schwere Mittelohrentzündungen einen massiven Hörverlust von rund 75 bis 80 Prozent, der ihn sein Leben lang begleiten sollte.
Diese Einschränkung prägte seine Kindheit entscheidend. Kommunikation fiel ihm schwer, soziale Situationen waren belastend, in der Schule wurde er häufig gehänselt. Ferrigno zog sich zurück – und fand seinen Ausgleich in Comics, Filmen und später im Sport. Besonders die Leinwandhelden der 1950er- und 1960er- Jahre, allen voran Steve Reeves als Herkules, beeindruckten ihn nachhaltig. Der Gedanke, Stärke über den eigenen Körper zu entwickeln, wurde für ihn früh zu einem inneren Antrieb.
Der Weg ins Bodybuilding
Mit etwa 13 Jahren begann Lou Ferrigno mit gezieltem Krafttraining. Zunächst trainierte er in Kellerräumen und einfachen Studios mit minimaler Ausstattung, aber maximalem Einsatz. Sein Vater unterstützte ihn – stellte jedoch klare Bedingungen: Schulische Leistungen müssten stimmen, sonst würde das Training enden. Ferrigno nahm diese Herausforderung an und schloss 1969 die Brooklyn Technical High School erfolgreich ab und arbeitete danach als Schlosser.
Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches Potenzial. Seine Körpergröße von knapp 1,96 Metern, lange Hebel und eine massive Grundstruktur machten ihn zu einer physischen Ausnahmeerscheinung. Gleichzeitig entwickelte er eine bemerkenswerte Trainingsdisziplin. Ferrigno trainierte nach klassischen Prinzipien: Grundübungen, hohe Umfänge, wenig Schnörkel. Maschinen spielten kaum eine Rolle, freie Gewichte dominierten sein Training.
Erste Titel und internationaler Durchbruch
Der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 1971 gewann Ferrigno den WBBG Pro Mr. America-Titel. Nur zwei Jahre später folgten die entscheidenden Siege auf internationaler Bühne: 1973 und 1974 gewann er jeweils den IFBB Mr. Universe, sowohl in seiner Gewichtsklasse als auch im Gesamtsieg. Mit gerade einmal Anfang 20 gehörte er damit zur absoluten Weltspitze des Bodybuildings.
Diese Erfolge öffneten ihm den Weg zum prestigeträchtigsten Wettkampf der Szene: dem Mr. Olympia. 1974 trat Ferrigno erstmals an und belegte im Schwergewicht den zweiten Platz. Ein Jahr später, 1975 in Pretoria (Südafrika), erreichte er den dritten Rang. Die Konkurrenz war hochkarätig – Arnold Schwarzenegger, Franco Columbu und Serge Nubret – zudem wurde der Wettkampf später durch den Film Pumping Iron weltberühmt.
Den vollständigen Artikel mit Lous Ferrignos Trainings- und Ernährungsplänen aus der goldenen Ära des Bodybuildings gibt es in der neuen

